”Ein wohlverdienter Ruhestand” 01
Mit einem kurzen Nicken zu seinem Spiegelbild nahm Gabriel die Bürste, kämmte sich sein rippenlanges, leicht stufiges, schwarzes Haar am Hinterkopf in einen strengen Pferdeschwanz, sicherte ihn mit einem schwarzen Gummi und nahm die rahmenlose, stylische Brille von der Anrichte, um sie aufzuetzen. Sie besaß keine Stärke und diente zur Tarnung ... so wie auch der schlichte, blaue Anzug, den er trug. Nachdem er auch seine Krawatten gerichtet hatte, nickte Gabriel noch einmal und nahm seinen Rucksack, schloß die Türe seines kleinen Hauses ab und nickte, als er das Piepsen der Alarmanlage hörte, netätigte die Fernbedienung für die Garage an seinem Schlüssel und wartete, bis die Türe aufgegangen war. Dann stieg Gabriel in seinen einfachen, unauffälligen Wagen ein, legte den Rucksack auf den Beifahrersitz und fuhr das Auto heraus, ehe er er die Garage wieder mit der Fernbedienung schloß, bis zu seinem Zaun fuhr und auch diesen mit der Fernbedienung öffnete und schloß und den Weg zur Hauptstraße fuhr, um dann in die kleine Stadt zu fahren, in der er nun seit zwei Jahren lebte. Er war eigentlich im Ruhestand - denn in seinem bisherigen Beruf hatte Gabriel genug Geld verdient, um sich nun zur Ruhe zu setzen ... und auch ein wenig auszuspannen, da es ihm zu stressig wurde. Allerdings lag er nicht auf der faulen Haut - einerseits trainierte er noch immer eine Stunde in der Früh und zwei Stunden am Nachmittag, um sich fit zu halten ... und andererseits arbeitete er seit einem halben Jahr als Physiklehrer in der Highschool des kleinen Städtchens, und half auch manchmal in Mathematik aus, da er für beide Fächer ein Lehrerdiplom besaß. Es war die Idee seines Mentors gewesen, sich dieses zweite Standbein zu schaffen ... und Gabriel lächelte kurz als er daran dachte wie verblüfft sein Mentor gewesen war, als der Mittzwanziger damals vorschlug, für den Beruf als Lehrer zu studieren. Gabriel mochte es, zu lehren ... auch wenn er sich in der Schule immer kühl und unnahbar gab, und Niemanden an sich heranließ. Natürlich war er nicht völlig abweisend, da er damit aufgefallen wäre ... doch Gabriel unterhielt nur leichte Bekanntschaften, holte sich seine One-Nights immer in anderen Städten und achtete darauf, nicht aufzufallen. Es wäre nicht gut gewesen, auch wenn ihn kaum einer außer seinen früheren Auftraggebern oder seinem Mentor kannte - doch Gabriel ging immer auf Nummer sicher, so wie er es gelernt hatte. Dann ließ er diese Gedanken jedoch und hielt bei seinem Parkplatz an der Highschool, stieg aus und schloß das Auto mit der Fernbedienung ab, schwang seinen Rucksack auf die schlankere Schulter und lächelte innerlich, denn man sah ihm nicht im Mindesten in dem Anzug an, daß er noch immer trotz seiner dreiundvierzig Jahre topfit, stark und sehr ausdauernd war. Wie immer, hingen überall Schüler in kleinen Trauben herum und redeten ... doch sie alle grüßten ihn respektvoll, da sie ihn wegen seiner kühlen Art zwar nicht sehr mochten aber wußten, daß er ein sehr guter Lehrer war. Dann fiel der Blick von Gabriel aber auf den etwas jüngeren Footballcoach und er verengte mißmutig die Augen - denn mit Steven lag er ständig im Clinch, da Gabriel die Footballer ebenso hart bei den Tests prüfte, wie die normalen Schüler und es ihm egal war, ob sie viel trainierten oder nicht. Heute war jedoch die Frühjahrsaufführung und deshalb kein Unterricht ... und bis die Aufführung anfing, würde Gabriel die Zeit nutzen und im zweiten Stock in seinem Physikraum ein wenig Ordnung schaffen, da er heute wegen der Aufführung dafür auch die Ruhe hatte. Also lief er leichtfüßig die Treppen hinauf und sperrte oben seinen Raum auf, lächelte unwillkürlich einen Moment und legte den Rucksack auf seinen Stuhl am Pult, ehe er den zweiten Schlüsselbund aus seiner Hosentasche zog, an dem all die Schlüssel für die Schule hingen, und damit auch der für die kleine Besenkammer in seinem Physikraum.
Derweil verabschiedete sich Steven von seinen Schülern, denn er hatte Mr. Smith gesehen und wollte doch noch einmal mit ihm sprechen. Da heute kein richtiger Schultag war, bot es sich an und er würde sich nun etwas zurückhalten und versuchen, es anders zu meistern, daß die aus seinem Team doch besser mit dem Unterricht klarkamen. Auch er nahm die Treppe und war schnell oben im Physikraum, dessen Tür offen war ... und so sah er noch, bevor er an den Türrahmen klopfte zu der Besenkammer und unterdrückte ein Lächeln, denn da streckte sich ihm doch ein ziemlich sexy Hintern entgegen. Er klopfte jetzt aber doch und atmete tief durch. „Entschuldigen sie bitte - ich weiß, wir haben schon oft darüber gesprochen, aber ich wollte doch noch einmal etwas besprechen.“
Natürlich hatte Gabriel die schweren Schritte des großen Coaches gehört doch gehofft, daß dieser vorbeiging ... und er seufzte lautlos, als er Schaufel und Besen aufnahm und sich wieder aufrichtete. Natürlich konnte sich der Schwarzhaarige denken, daß Coach Porter wieder über die Footballer sprechen wollte, die bei ihm schlechte Physiknoten bekommen hatten - und so wurde er wieder kühler, als er die Besenkammertüre anlehnte und zu seinem Schreibtisch ging, um dort die Schaufel und den Besen abzulegen. "Coach Porter ... was für eine Überraschung. Ich dachte, sie hängen mit ihren Spielern ab - und ich sage ihnen erneut, daß es für die Spieler keine Sonderbehandlung gibt. Die anderen Lehrer sind wegen dem Training nachsichtiger - aber ich bleibe bei meiner Meinung, daß das falsche Zeichen für die Jungs setzt. Im College bekommen sie nämlich auch nichts nachgetragen, selbst mit Stipendien und sehr guter, sportlichen Leistung - und in der Arbeitswelt erst recht nicht."
Steven seufzte leise und setzte sich auf einen der Schülertische. „Hören sie - ich kenne das ja auch. Es ist nur so ... gerade die, die bessere Noten brauchen haben wirklich Probleme, es so zu lernen wie die Anderen. Wenn sie die Grundphysik anders beigebracht bekommen, dann werden die Jungs es bestimmt auch besser sehen und verstehen. Wissen sie, was ich meine ?“ Es war schwer zu erklären, aber der übliche Unterricht war so, daß sie es nicht begriffen. „Gibt es nicht eine andere Art, die Grundform beizubringen ? Wenn sie die ihm Kopf haben, werden sie sicher auch das Andere leichter hinbekommen. Wie bei Mathe muß es doch noch eine einfache Form geben, daß sie sich das mit Hinweisen oder so leichter im Kopf behalten.“ Er selber hatte da nicht so viele Probleme gehabt aber er wußte, daß diese Jungs die Zusammenhänge nicht behalten konnten. Er tat es auch bei seinen Taktiken, und seither hatten sie es drauf.
"Die Jungs haben eine Lernschwäche ?!" Im ersten Moment war Gabriel sichtbar verblüfft - dann fluchte er leise, da er es sich schon hätte denken können und über seine eigene Strenge verärgert war. Doch dann merkte er auf ... denn da der Hof ruhig war, weil die Schüler alle in die Aula gegangen waren um sich für die Aufführung zu setzen, fielen die lauteren Motoren zweier Vans auf, die scheinbar auf den Schulhof fuhren Nun doch mißtrauisch werdend, achtete Gabriel nicht mehr auf den Coach und ging seitlich zum Fenster, so daß man ihn nicht sah und fluchte leise, als er mit ansah, wie aus zwei schwarzen Vans schwer bewaffnete Männer stiegen, einen als Wache zurückließen und dann zur Schule liefen. Gabriel zählte dreizehn Männer und fluchte wieder leise, schnappte sich seinen Rucksack und packte den Coach an dessem Hoodie. Dann zog er ihn einfach zu der Besenkammer, um ihn zuerst hineinzustoßen, nachzukommen und die Besenkammertüre so leise es möglich war zu schließen. "Seien sie bitte völlig still - wir dürfen nicht entdeckt werden !" Zum Glück hatte Gabriel das Licht noch nicht angeschalten und sperrte vorsichtig und lautlos zu, froh darum, daß er das Schloß aus Vorsicht gut geölt hatte.
Steven hatte das gesehen weil er aufgestanden war und gleich gemerkt, daß es kein Scherz war. Er war dann aber auch überrascht, wie schnell Smith reagiert hatte. Er blieb jetzt gleich still und nickte nur - denn er hörte, wie die Söldner durch die Gänge kamen und die Zimmer abklapperten. Dazu kamen auch Funkgeräte und als sie hier nachsahen, atmete er kaum und versuchte, sich überhaupt nicht zu bewegen.
Auch Gabriel war still und nickte kurz zu dem Coach, als dieser sich so still wie möglich verhielt, behielt aber einen Kugelschreiber in der Rechten und lauschte, was der Söldner machte. Er schien hereinzukommen und kurz unter die Tische zu sehen, öffnete die Schränke und fluchte, ehe er an der Türe der Besenkammer rüttelte und noch einmal fluchte. Doch da sie verschlossen war, gab er über Funk durch daß auch der Physikraum gesichert war und dann hörte man wie er den Auftrag bekam, mit einem anderen Söldner das Stockwerk zu sichern und wie er wieder aus dem Physikraum ging, als er den Befehl bestätigte. Danach hörte man ein lautes Schreien und mehrere Schüsse, ehe es wieder stiller wurde. "Shit ... verdammt, was zum Geier !" Die leisen Worte des Grünäugigen waren kaum verständlich, doch dann seufzte er leise und drehte sich zu dem Coach um, damit er ihn leise fragen konnte. "Gehts ? Nicht, daß du mir jetzt zusammenklappst, du bist aschfahl." Und das sah man sogar bei der dunklen Haut des Mischlings, so daß Gabriel lieber nachfragte.
Es dauerte einen Moment, dann nickte Steven und sprach leise. „Geht schon ... ich brauche nur einen Moment.“ In dieser kleinen Stadt war es bisher immer friedlich gewesen, und mit so etwas hatte hier absolut keiner gerechnet. Und die Schüsse, genau wie die Schreie, hatten ihm natürlich zugesetzt. „Wir sollten die Polizei anrufen.“
Während er ihm zuhörte, horchte Gabiel auch an der Türe - doch als der Coach die Polizei erwähnte, zogen sich die Brauen Gabriels tiefer und er schüttelte kurz den Kopf. "Auf keinen Fall - das sind Profisöldner, die Polizisten hier wären völlig überfordert. Wir ... was ?" Noch bevor er weiterreden konnte, vibrierte das Handy Gabriels und er fluchte leise, als er es herauszog und die Nummer des Anrufers sah. Ohne weiter zu zögern nahm er ab und zischte ein leises "Was ?'!!", ehe er zuhörte und immer wieder fluchte. "Verdammt ... der Senator ?! Was zum Geier tut der hier ?! Argh ... nein ... ja ... okay. Aber ich will das fünffache Honorar und sowohl der Coach als auch ich werden aus allem herausgehalten, und die letzten Söldner krallen sich die von dem Spezialtrupp, und heimsen die Lorbeeren ein. Verstanden ?! Gut. Ich melde mich, der Trupp sollte in zwanzig Minuten hier sein, sonst wird es nicht klappen. Okay." Dann legte Gabriel auf und blickte finster auf das Handy, stellte es aus und steckte es leise fluchend wieder ein, um nun seinen Rucksack zu öffnen.
Natürlich bekam Steven das leise Gespräch am Handy mit und es dauerte einen Moment, bis er es begriff. Er kam sich gerade wie in einem Actionfilm vor und überlege kurz, bevor er etwas sagte. „Ich sollte nicht fragen, oder ?“
Bei der Frage hob Gabriel eine Braue - dann seufzte er und schloß die Augen, ehe er kurz den Kopf schüttelte und sich zu dem Coach wandte. "Normalerweise nicht - in diesem Fall aber schon, da ich dich brauchen werde. So wie es aussieht, ist der Senator unseres schönen Bundesstaates inkognito hier, um seiner unehelichen Tochter bei der Aufführung zuzusehen - und hatte nur einen Bodyguard dabei. Irgendjemand hat gesungen und die Söldner wurden angeheuert, ihn zu erpressen ... der Idiot hat nämlich diese Woche die Atom-Codes bei sich, ehe sie weitergegeben werden. Herrlich, oder ? Der Bodyguard wurde schon erledigt, das konnten sie an den Daten seiner Smartwatch ablesen ... aber er hat immerhin noch den Alarm auslösen können. Der Senator lebt noch, und sie können über seine Smartwatch mithören. Ich bin eigentlich ein Killer und wollte hier meinen Ruhestand auskosten ... und muß jetzt die Söldner eliminieren, die außerhalb der Aula sind. Denn der Spezialtrupp braucht etwa zwanzig Minuten und wird dann die in der Aula übernehmen und den Senator befreien, und den Tag retten. Wir haben zwar die Hauptarbeit erledigt, aber lassen uns quasi hier in der Besenkammer finden, und müssen dann nicht mit der Polizei reden." Während er sprach, legte Gabriel seine Brille in das Etui und verstaute es wieder im Rucksack, zog seine Krawatte aus und legte sie ebenfalls hinein, ehe er die beiden großen, metallbeschlagenen Bücher aus seinem Rücksack nahm und sie aufsperrte. Dann klappte er ein verdecktes Fach auf und nahm daraus zwei lange schlanke Messer und zwei halbautomatische Pistolen heraus, ehe er aus dem anderen Buch ein Doppelhalfter für die Pistolen nahm und anlegte. Dann legte er auch zwei schlanke Halfter für die Messer an seinen beiden Unterarmen über dem Hemd an und nickte, als er die Bücher wieder in den Rucksack steckte, nachdem er auch zwei Reservemagazine herausgenommen hatte.
„Uhm, was ?“ Steven war doch noch überrascht, daß der Senator hier war ... und daß so einer diese Codes überhaupt haben durfte. „Ich dachte, die hat nur der Präsident?“ Letzteres fragte er leise und er beobachtete, wie Gabriel die ganzen Sachen herausholte. Es war wirklich fast wie in einem Film und er schluckte leicht, als er zusah, wie er sich die Sachen nun anlegte. Garbiel sah gleich ganz anders aus und man merkte irgendwie, daß er doch ein absoluter Profi war.
"Die eine Hälfte hat der Präsident - die andere Hälfte wird immer zwischen den Senatoren und den Ministern. weitergegeben. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, die eigentlich nicht bekannt ist und ich bitte dich, darüber zu schweigen, zu deiner eigenen Sicherheit." Während er antwortete, nahm Gabriel noch ein altes Zigarrenetui heraus und entnahm daraus zwei Metallröhren, die sich als Schalldämpfer entpuppten, brachte sie an seinen Pistolen an und nickte, ehe er noch einen Elektroschocker aus seine Rucksack nahm und ihm dem Coach in die Hand drückte. "Wären es Amateure, dann könnte ich sie mit dem Taser außer Gefecht setzen ... aber leider sind es Profis, sie haben die Finger an den Abzügen und wenn ich sie schocke, lösen sich Schüsse und warnen die Anderen. Und der Raum hier ist leider nicht sehr gut ausgestattet, sonst könnte ich Chloroform herstellen und sie betäuben. Also muß ich sie aus der Nähe ausschalten, und das wird ätzend. Dich brauche ich, um die Spuren zu verwischen und die Leichen in die Abstellkammern in den Gängen zu verfrachten - es geht zu zweit wesentlich schneller, und wir müssen uns beeilen. Okay, Steven ? Und bitte verzeih - jetzt ist keine Zeit für Förmlichkeiten, so ist es einfacher." Gabriel hoffte, daß der etwas jüngere Coach mitnachte und er sich auf ihn verlassen konnte ... und wechselte von dem förmlicheren 'sie' und den Nachnamen zu dem persönlicheren 'du' und dem Vornamen.
Es dauerte nur einen kleinen Moment, bis Steven alles begriff ... dann faßte er sich wieder und nickte. „Okay - du machst sie fertig, und ich räume auf.“ Es war keine Zeit, um lange nachzudenken und er wußte, wie wichtig das jetzt war, denn ihm waren hier alle Menschen sehr wichtig. „Also los - ich mache, was du sagst.“ Er wußte, daß er bestimmt weniger gesehen werden sollte, und zog die Kapuze über seinen Kopf.
"Gut. Hinterher können wir reden - aber jetzt läuft uns die Zeit davon, wir haben nur noch etwa fünfzehn Minuten, ehe der Trupp kommt. Nimm dir zehn Handtücher und lege sie dir über den Arm - so sind sie leichter zu tragen." Dann nahm Gabriel ein Handtuch und drehte es leicht, zog eines seiner Messer und sperrte die gutgeölte Türe der Besenkammer lautlos auf, gab Steven den Schlüsselbund und lief ebenso lautlos zu der offenstehenden Türe seines Klassenraumes. Ein kurzer Blick genügte ihm - denn einer der beiden Söldner in diesem Stock stand nur zwei Meter entfernt und blickte zu der Treppe, während der andere Söldner gerade um das Eck an der anderen Seite des Ganges bog und außer Sichtweite war. Ohne weiter zu zögern, lief Gabriel zu dem näheren Söldner und schlang ihm von hinten das Handtuch um den Hals, faßte die Enden mit der Linken und zog es nach hinten, so daß der Söldner instinktiv beide Hände hob, um sich von dem Würgegriff zu befreien. Und das nutzte Gabe und stach mit der langen Klinge seines Messers in dessen Augen, zog es wieder heraus und ließ die Leiche vorsichtig niedersinken, während er dessen Waffe hielt, damit es lautlos blieb. Dann lief der ältere Killer an Steven vorbei und nahm dabei ein weiteres Handtuch von dessem Arm, verfuhr mit dem anderen Söldner ebenso und zog die Leiche mit dem Handtuch zu der anderen Leiche, um sie dort vorsichtig auf den Boden zu legen und zu Steven zu wispern. "Ich sperre die Besenkammer auf und du trägst sie rein, okay ?"
Steven nickte nur und wickelte bei jedem, den er in die Besenkammer schaffte, das Handtuch um den Kopf, denn so fing das Handtuch das Blut auf und es lief nichts auf den Flur. Er machte das schnell, und innerlich unterdrückte er alles - nicht nur die ganze Situation und was die Söldner hier taten, sondern auch, daß Gabriel erschreckend schnell und doch stärker war, als man dachte.
Während der Coach die Leichen wegschaffte, hielt Gabriel Wache und nickte ... dann zog er eine seiner Pistolen und bedeutete Steven leise zu sein, ehe er zu der Treppe lief, die auf das Dach führte. Wie er es sich dachte, war auch diese Türe weit offen, da sich die Söldner durch die Wachen sicher fühlten - und Gabriel schlich weiter und tötete den Scharfschützen auf dem Dach mit zwei gezielten Schüssen in den Kopf, ehe er zu dem Toten schlich und behutsam über den Rand blickte. Wie er es sich gedacht hatte, hielt der Söldner bei den beiden Vans noch immer Wache und Gabriel biß kurz die Zähne zusammen - dann legte er den Lauf seiner Pistole auf den Rand und zielte, schoß auch diesem Söldner in den Kopf und nickte, als er hinter den Wagen fiel und so nicht mehr von der Schule aus gesehen werden konnte. Ohne weiter zu zögern schlich der ältere Killer wieder zur Treppe ... nickte, da Steven Wache gehalten hatte und bedankte sich leise, ehe er ihm vorging und dann tiefer auf die Treppe des ersten Stocks schlich. Der Söldner, der hier Wache schob, konnte ebenfalls durch zwei gezielte Schüsse erledigt werden ... und Gabriel sprang über einen der Treppenabsätze, um den Toten aufzufangen, damit es keinen Lärm gab. "Wickel den schon mal ein, ja ? Ich erledige den zweiten, der hier Wache schiebt, wir haben nicht mehr viel Zeit."
„Okay.“ kam wispernd von Steven und er tat gleich, was nötig war. Sein Körper reagierte gerade ohne Angst zu haben ... denn er wußte auch, wie wichtig das jetzt war. Und wie er danach reagierte, würde Steven dann schon sehen. Er wickelte wieder das Handtuch um den Kopf und wußte, daß Gabriel in der Zwischenzeit den Zweiten erledigte. Diesen hier würde er dann gleich mit in den Gang nehmen, damit auch er, wie ein Stockwerk höher, in der Besenkammer abgelegt wurde.
Als Steven den Söldner aus dem Treppenhaus brachte, nickte Gabriel und zog den anderen Söldner, den er erledigt hatte ebenfalls zu der Besenkammer, so daß beide versteckt werden konnten. Dann sperrte Gabriel die Besenkammer wieder zu und nahm erneut zwei Handtücher von dem Coach, ging mit ihm die Treppe weiter herab und blickte kurz aus dem Treppenhaus. Wie er es sich gedacht hatte, standen die Wachen an den beiden Eingängen im Erdgeschoß - und da der Gang einen leichten Knick beschrieb, konnten sie sich nicht direkt sehen, auch wenn Gabriel von der Treppe beide sehen konnte. Ohne weiter zu zögern lief Gabriel lautlos zu dem einen Söldner, der bei dem vorderen Eingang stand, tötete ihn ebenso leise und problemlos und zog ihn zur Treppe, lief zu dem anderen Söldner am hinteren Eingang und tötete auch ihn, um ihn dann zur Treppe und dem Coach zu ziehen. Sie brachten die beiden Leichen schnell zu der Besenkammer im Erdgeschoß und dann ging Gabriel mit Steven wieder in das Treppenhaus, damit sie nicht gesehen wurden. Als sie alleine waren, zog der schlankere Schwarzhaarige sein Handy heraus, und rief den General an. Das Telefonat war schnell erledigt und Gabriel lächelte kurz, als er Steven leise berichtete. "Der Trupp ist gleich da - geh am Besten schon hoch und wieder in den Physikraum, ich komme gleich nach."
„Okay, und sei trotzdem vorsichtig.“ Steven sprach leise ... und auch, wenn er wußte, daß Gabriel darauf achtete wollte er es trotzdem loswerden, denn das war nun mal seine Art. Aber er ging jetzt gleich zur Treppen und eilte hinauf zum Physikraum. Erst dort atmete er tief durch und jetzt, wo es vorbei war passierte, was er befürchtet hatte. Seine Beine wurden fast zu Wackelpudding, und er atmete erneut tief durch. „Jetzt nicht zusammenklappen.“ Mit den Worten versuchte er sich zu fangen und er war doch erleichtert, als man jetzt am Fenster den Spezialtrupp sehen konnte.
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